DAS BUCH DER AUTOR INHALT

INHALT

  • Vorwort
  • Vorbemerkung des Autors
  • Entstehung der Liturgie
  • Christus und Seine Kirche
  • Die Sprache des Gottesdienstes
  • Gotteshaus
  • Ikonostase – Geschichte der Erlosung
  • Proskomidie
  • Liturgie als ein Lehrbuch der Theologie
  • Der Kleine Einzug
  • Das Trishagion. Der Engelgesang
  • Der Cherubinische Lobgesang und der Grosse Einzug
  • Bittektenie und Glaubensbekenntnis
  • Anaphora
  • Heilige Kommunion
  • Liturgie (Text mit Kommentaren)
  • Quellenverzeichnis
  • Der Kleine Einzug

    Manchmal wird die Liturgie vor allem als symbolische Erzahlung uber die Ereignisse des Erdlebens Christi betrachtet. Solche Tendenzen stammen von alten Traditionen die Heilige Schrift oft mit Hilfe der allegorischen Methode zu deuten, das hei?t in den historischen Ereignissen Sinnbilder – geheimnisvollen geistlichen Sinn zu finden. Wahrhaftig, die Liturgie ist voll von Symbolen, und sie zeigt uns Seiten der Heiligen Geschichte ohne Zweifel. Aber wir mussen betonen, dass sie keinen chronologisch erzahlenden Charakter hat und zu keiner Illustration wird. Die Liturgie ist die lebhafte Anwesenheit Gottes und die irdische Erfahrung Seines nicht irdischen Reiches. In der symbolischen Bedeutung der Liturgie wird das Geheimnis zur Offenbarung. Und die Sprache der Symbole ist an erster Stelle als der Wegweiser zu Christi und zum Sakrament der Kommunion wichtig, das nie als ein Symbol gedeutet wurde, sondern immer eine lebende Wirkung und lebende Anwesenheit Gottes in Seiner Kirche war.

    Aber viele Vorschriften der Liturgie, die am Anfang praktische Bestimmung hatten, sie aber mit der Zeit verloren, werden jetzt von uns tatsachlich, an erster Stelle, symbolisch wahrgenommen.

    Der Kleine Einzug war im Altertum der Einzug der Kleriker in den Altar und der Gemeindemitglieder in die Kirche, um den Gottesdienst zu zelebrieren. Die Spuren dieses alten Brauchs konnen wir auch heute sehen – wenn der Gottesdienst von einem Bischof zelebriert wird, der sich bis zu dem Kleinen Einzug au?erhalb des Altars befindet. Aber mit der Entwicklung der Liturgie verlor der Kleine Einzug seine praktische Bedeutung, sein geistlicher und symbolischer Sinn trat hervor, den wir als Darstellung des Auftritts Christi fur die Verkundung verstehen.

    Die Proskomidie zeigte uns in ihren Prophetien und Symbolen die Geburt Christi und seinen Tod am Kreuz. Und der Anfang des nachsten Teiles der Liturgie, der bis zu dem Kleinen Einzug hinter der geschlossenen Koniglichen Tur verlauft, stellt das Erdleben Christi bis zu seinem Auftritt fur die Verkundung dar.

    Der Gottessohn, der zu Mensch wurde, lebte bis zu seinem 30. Lebensjahr wie ein gewohnlicher Mensch unter den anderen. Nur sehr wenige Menschen – Jungfrau Maria, der Heilige Josef, Simeon der Gottestrager, der das vierzigtagige Jesuskind als den Messias bekannte, Elisabeth, die Mutter von Johannes dem Vorlaufer – konnten, aber auch nur zu einem geringen Anteil, erfassen, Wer Jesus war.

    Der Kleine Einzug wird auch der Einzug mit Evangelium genannt. Die Geistlichen tragen das Evangeliar auf den Ambo. Vor der Prozession geht der Kerzentrager. Das Evangelium ist das Wort Gottes, seine Anwesenheit unter uns, und die Kerze vorne stellt wie Johannes den Vorlaufer, als auch die Lehre Gottes als Licht fur den Menschen dar. Johannes – Gottes Prophet und Vorlaufer – erschien auf den Ufern von Jordan, Gott vorausgehend und Menschen auf das Kommen von Christus vorbereitend. Er predigte, indem er rief: “Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe” (Mt 3, 2). Mit der Menschenwerdung von Sohn Gottes kam der Himmel selbst auf die Erde. Aber um dem Himmelreich und Christus wirklich teilhaftig zu werden, muss sich der Mensch verandern, indem er sein Leben bewertet und sich zu Gott wendet.

    Das Singen der „Seligpreisungen“ endet und der Geistliche spricht: „Weisheit! Aufrecht!“, wahrend er mit dem Evangeliar das Kreuz in der Luft zeichnet. Das macht er als Zeichen des Kommens von Gott – Sophia und Logos, Weisheit und Wort Gottes – in unsere Welt, um das Kreuz zu besteigen. Und alles, was wahrend der Liturgie geschieht, ist Weisheit Gottes, die wir mit voller Aufmerksamkeit und Ehrfurcht wahrnehmen mussen – das Wort „Aufrecht!“ fordert uns namlich dazu auf, denn es bedeutet „gerade“, stehend.

    Wahrend der Chor „Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus, errete uns, Sohn Gottes, der Du von den Toten auferstanden bist, die wir Dir singen: Hallelluja“ singt, treten die Geistlichen in den Altarraum ein, wo das Evangeliar wieder auf den Altartisch gelegt wird. Wahrend der Priester die Heilige Pforte durchgeht, kusst er die Ikonen von Erloser und Gottesmutter als Zeichen, dass der Eintritt ins Allerheiligste, in den geistlichen Himmel, mit dem der Altar auf der Erde Verbindung zeigt, dem Menschen durch die Menschenwerdung von Sohn Gottes von der Jungfrau Maria geoffnet wurde.

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